Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Umbau und Erweiterung des Umspannwerks Neufinsing; Vorstellung durch die Firma TenneT

BezeichnungInhalt
Sitzung:05.10.2020   GR/189/2020 
DokumenttypBezeichnungAktionen

2. B├╝rgermeister Heilmair teilt mit, dass bei diesem Tagesordnungspunkt eigentlich Vertreter der Firma TenneT die Erweiterungsplanung des Umspannwerkes Neufinsing vorstellen wollten. Nach Versand der Ladung und Tagesordnung zu dieser Sitzung wurden allerdings die betriebsinternen Vorgaben der Firma TenneT bez├╝glich des Infektionsschutzes ge├Ąndert. Ab sofort d├╝rfen die Mitarbeiter keine ├Âffentlichen Termine mehr wahrnehmen.

Es hat deshalb eine Telefonkonferenz am Mittwoch, den 30.09.2020 stattgefunden, zu der die Verwaltung einen Aktenvermerk verfasst hat. Der Aktenvermerk und die beiden Informationsschreiben der Firma TenneT werden verlesen.

 

Umspannwerke werden nach Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) beantragt und beh├Ârdlich genehmigt. Es findet deshalb kein Raumordnungs- und anschlie├čendes Planfeststellungsverfahren statt. Eine Beteiligung der breiten ├ľffentlichkeit, wie sie von der TenneT beim Leitungsbau durchgef├╝hrt wird, gibt es daher nicht. Der Firma TenneT ist dennoch an einem konstruktiven und offenen Austausch gelegen. Die B├╝rgerreferentin Katharina Heep und weitere Projektmitarbeiter stehen f├╝r Fragen zur Verf├╝gung.

 

Das Umspannwerk Neufinsing wurde in den 1970er Jahren erbaut und ist damit rund 50 Jahre in Betrieb. Die Anlagen erreichen das Ende ihres technischen Lebenszyklus. Die TenneT TSO plant daher einen Umbau des 220-kV-Umspannwerks. Dies gew├Ąhrleistet die Versorgungssicherheit der wachsenden Region und die h├Âheren Leistungsanforderungen des Verteilnetzbetreibers Bayernwerk. Eine Spannungserh├Âhung von 220 kV auf 380 kV ist vorerst nicht geplant.

 

Um den Betrieb zu sichern, sind alle elektrischen Komponenten (Schaltfelder, Wandler, Transformatoren, Sammelschienen etc.) zu erneuern. Der Umbau erfolgt voraussichtlich schrittweise ab 2022 bis l├Ąngstens 2027, da die alten Komponenten nur bis 2027 sicher betrieben werden k├Ânnen. Das Umspannwerk muss bei laufendem Betrieb erneuert werden. Die alten Anlagen k├Ânnen folglich nicht zuerst demontiert und die neuen an gleicher Stelle errichtet werden. Der Umbau findet schrittweise statt:

Zun├Ąchst wird ein Teil der neuen Schaltanlagen auf der Freifl├Ąche neben dem bestehenden Umspannwerk montiert und in Betrieb genommen. Dann werden die korrespondierenden Anlagen im alten Umspannwerk zur├╝ckgebaut. Auf dieser frei werdenden Fl├Ąche im bestehenden Werk folgen die n├Ąchsten neuen Anlagen. Dieser Prozess wiederholt sich so lange, bis das Umspannwerk komplett erneuert ist.

Die neuen Anlagen beanspruchen mehr Fl├Ąche um sie wartungsfreundlich und sicher zu betreiben. Zum Beispiel haben moderne Transformatoren neue schalld├Ąmmende Einhausungen. Um ge├Ąnderte Sicherheitsnormen einzuhalten wird ebenfalls mehr Fl├Ąche ben├Âtigt. Dazu kommen weitere elektronische Anforderungen, etwa an Ersatzfelder und Kompensationsspulen, sollten diese ben├Âtigt werden, sowie die Anpassung der Leitungseinf├╝hrung. TenneT bem├╝ht sich derzeit um den Zukauf weiterer Grundst├╝cke im Umkreis des Umspannwerkes. Im Hintergrundpapier von November 2019 hei├čt es, dass eine Vergr├Â├čerung um etwa ein Drittel der Fl├Ąche n├Âtig wird. Nach weiteren Untersuchungen zeichnet sich ein gr├Â├čerer Fl├Ąchenbedarf ab, unter anderem bedingt durch die Topographie.

 

Am Standort Neufinsing werden au├čerdem auch Anlagenteile mit einer Spannung von 110 kV durch die Bayernwerk Netz GmbH betrieben. TenneT ist verpflichtet, den zust├Ąndigen Verteilnetzbetreiber am Standort Neufinsing weiterhin anzuschlie├čen. Die TenneT steht hierzu mit der Bayernwerk Netz GmbH im Austausch und ist bestrebt, der Gemeinde sobald wie m├Âglich die beste L├Âsung vorzustellen.

 

Die Vergr├Â├čerung des Umspannwerkes f├╝hrt zwangsl├Ąufig zu einer Verlegung von Masten im unmittelbaren Umfeld der Anlage. Es wird gepr├╝ft, wie beispielsweise die Leitungsf├╝hrung von Fremdleitungen zuk├╝nftig umgesetzt werden kann, da das neue Umspannwerk nicht ├╝berspannt werden darf. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine Darstellung zuk├╝nftiger oder zu ver├Ąndernder Maststandorte noch nicht m├Âglich. Die Gemeinde hat TenneT fr├╝hzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass eine Reduzierung der Maste w├╝nschenswert ist. In der Telefonkonferenz hat B├╝rgermeister Kressirer der Firma TenneT konkrete Vorschl├Ąge zur Umlegung verschiedener Hochspannungsleitungen unterbreitet. Diese Hinweise hat TenneT in ihre Planung aufgenommen und werden diese, wo immer m├Âglich, ber├╝cksichtigen.

 

Im aktuellen Netzentwicklungsplan (NEP), in dem die ├ťbertragungsnetzbetreiber Szenarien zur k├╝nftigen Bedarfsentwicklung darstellen, ist keine Leistungs- oder Spannungserh├Âhung rund um Neufinsing vorgesehen. Der NEP wir laufend fortgeschrieben. Es kann daher sein, dass im k├╝nftigen NEP beziehungsweise dem darauf aufbauenden Bundesbedarfsplangesetz, auch im Raum Neufinsing Projekte zum Netzausbau enthalten sind. Nach aktuellem Kenntnisstand k├Ânnen k├╝nftige Anforderungen mit dem jetzigen Ersatzneubau der bestehenden Zuleitung erf├╝llt werden, d.h. es sind keine zus├Ątzlichen Trassen notwendig.

 

In der Telefonkonferenz hat B├╝rgermeister Kressirer gegen├╝ber den Vertretern der TenneT erkl├Ąrt, dass es sich beim Umspannwerk Neufinsing um eine Anlage handelt, die sich inmitten des bebauten Ortes befindet und die Gemeinde dauerhaft in ihrer Entwicklung einschr├Ąnkt. Eine vergleichbare Anlage, mit der N├Ąhe zur Wohnbebauung, wird TenneT wohl nicht haben. B├╝rgermeister Kressirer erwartet deshalb, dass alle ├ťberlegungen und Anstrengungen in die Planungen einflie├čen, um den Fl├Ąchenbedarf auf ein Minimum zu reduzieren und die Immissionen wie L├Ąrm (Koronaentladungen) und Elektrosmog (elektrische und magnetische Felder) deutlich zu mindern.

 

2. B├╝rgermeister Heilmair ist der Ansicht, dass die Gemeinde die richtigen Signale gegen├╝ber der Firma TenneT gesetzt hat. Er w├╝rde es begr├╝├čen, wenn die drei B├╝rgermeister mit den betroffenen Grundst├╝ckseigent├╝mern sprechen. So k├Ânnten deren Sichtweisen in Erfahrung gebracht werden. Ziel sollte es sein, dass Gemeinde und Grundst├╝ckseigent├╝mer ein einheitliches Bild in den anstehenden Gespr├Ąchen mit TenneT abgeben, um die bestm├Âglichen Verhandlungsergebnisse f├╝r Grundst├╝ckseigent├╝mer, B├╝rger und Gemeinde gleicherma├čen zu erzielen. Die vorliegenden Informationen sollen, wenn m├Âglich auf der Homepage ver├Âffentlicht werden.